Google Ad End -->

Wer auf diese Frage eine Antwort sucht, dem fällt meist zuerst das Bild vom Buddha im Lotussitz ein. Meditation wird heute von den meisten im Wesentlichen auch mit dieser Vorstellung verbunden. Doch bleibt meist unerwähnt, dass nahezu alle Religionen Formen der Meditation kennen.

Eine Definition kann daher nur eine erste allgemeine Orientierung sein. Das Wort Meditation stammt aus dem Lateinischen und heißt überdenken, nachsinnen, sich vorbereiten, sich üben, einüben. Das beschreibt sehr treffend, was Meditation in allen Kulturen im Kern auszeichnet: sich in sich selbst versenken, um Erkenntnis zu erlangen.

Meditation ist ein Weg, um zum eigenen Selbst und zum Göttlichen durchzudringen. Beides ist untrennbar miteinander verbunden. Meditation braucht eine besondere Konzentration des Denkens, die das Bewusstsein aus seinen Alltagsfesseln herauslöst und auf eine höhere Ebene bringt. Diese Bewusstseinserweiterung ist das Vordringen in eine nichtalltägliche Wirklichkeit. Das kann mit verschiedensten Methoden erreicht werden.

Meditation ist kein zeitlich begrenztes Verfahren, sondern ein lebenslanger Übungsweg. Der neue durch Meditation erreichte Bewusstseinzustand lässt sich je nach der religiösen Lehre, in der sie eingebettet ist, am ehesten beschreiben mit Einheit, Klarheit, Stille, Frieden, Leere, Erleuchtung, reine Gegenwärtigkeit.

Doch das sind nur annähernde Worte für eine transzendente Erfahrung. Was Meditation wirklich ist, lässt sich nicht mit Worten beschreiben oder begreifen. Meditation lässt sich nur in der Erfahrung erleben.

Alle Hochreligionen kennen Meditationsformen. Am bekanntesten dafür sind im Westen zweifellos der Buddhismus, hier vor allem der Zen-Buddhismus und das aus dem Hinduismus hervorgegangene Yoga.

Doch auch die europäischen Kultur hat verschiedene Meditationsformen hervorgebracht. Am Anfang der westlichen Zivilisation entwickelten im antiken Griechenland insbesondere Platon, aber auch die Stoiker, Meditationsformen, die später die christlichen Theologen und Mystiker aufgriffen und fortführten. Die Hochzeit der christlichen Meditation findet im Mittelalter statt, die wichtigsten Strömungen gehen von den zahlreichen mystischen Bewegungen aus, von denen Meister Eckhart, Franz von Assisi und Bernhard von Clairvaux zu prägendsten Gestalten zählen.

Am Beginn der Neuzeit führt Ignatius von Loyola, einer der Mitbegründer des Jesuitenordens, im Zuge der Reformation die christliche Meditation noch einmal zu einem letzten Höhepunkt, dann jedoch beginnt diese Tradition langsam, aber stetig zu versiegen.

Heute finden sich im Christentum nur noch vereinzelte meditative Elemente, sieht man von der Praxis in bestimmten Mönchs- oder Nonnenorden einmal ab. Für die Mehrzahl der Christen findet Meditation im Alltag nur noch selten statt, beispielsweise im Gebet, vor allem beim Beten des Rosenkranzes oder im Gottesdienst durch liturgische Elemente. Aus diesem Grund bilden auf dieser Seite die fernöstlichen Meditationsformen auch den Schwerpunkt der Darstellung.

Im Vergleich zum Christentum ist Meditation in den fernöstlichen Religionen bis heute eine gängige Praxis mit einer Fülle von unterschiedlichsten Formen. Wer sich in dieser großen Vielfalt zurechtfinden will, der braucht Auswahlkriterien, die eine Orientierung ermöglichen.

Eine verbreitete Einteilung der Meditationsformen ist die Unterscheidung in aktive und passive Meditation. Passive Meditation findet in der Ruhe statt. Der Meditierende nimmt dazu eine besondere Sitzhaltung ein (Lotussitz oder Diamantensitz). Zu dieer Form der Meditation zählen etwa Zazen, Mokuso oder Vipassana. Aktive Meditation bedeutet körperliche Bewegung während der Meditation. Dazu gehören die Kampfkünste (Budo), Tai-Chi, Yoga und der Derwisch-Tanz im Sufismus. Doch diese Einteilung beschreibt nur die äußere Form der Meditation.

Ergiebiger dagegen ist die Unterscheidung in gegenständliche und gegenstandslose Meditation. Die gegenständliche Meditation konzentriert das Bewusstsein auf ein Bild, ein Wort, ein Symbol. Sie ist für viele Anfänger weit besser geeignet als die gegenstandslose Meditation, bei der das Bewusstsein kein bestimmtes Ziel mehr hat, sondern gleich in die Stille und das Schweigen eintritt.

Am sinnvollsten aber erscheint es, die Meditationsarten von ihrer Praxis her zu beurteilen. Jede Meditation ist ein Weg, den man nur im Gehen erfahren kann. Beschreibungen, mögen sie auch noch so genau sein, berühren doch nur die Oberfläche des Phänomens. Aus dieser Sichtweise sind zwei Aspekte bedeutsam. Meditation kann entweder nur im Geist geschehen oder mit einer Erfahrung des Körpers beginnen, die dann zur Einheit von Geist und Körper führt.

Zuletzt ist die Meditation noch abzugrenzen von den Entspannungstechniken. Beide haben zwar teilweise ähnliche oder gleiche Wirkungen – an erster Stelle ist hier die Tiefenentspannung zu nennen – doch sind ihre Ziele grundverschieden. Während die Entspannungsmethoden für den Stressabbau, zur Gesundheitspflege oder in der Psychotherapie zum Einsatz kommen mit dem Ziel, die Menschen für den Alltag wieder fit zu machen, will die Meditation immer die Überwindung des Alltags und die spirituelle Ausrichtung des Bewusstseins auf die Transzendenz.

Empfehlungen