Zazen ist eine Meditationsform, die vor allem im Zen-Buddhismus verbreitet ist. Zazen bedeutet im Japanischen „Sitzmeditation“. Der Meditierende kann dabei verschiedene Positionen einnehmen: Lotussitz, halber Lotussitz oder Diamantensitz (auch Seiza oder Fersensitz).
Dies sind die klassischen Meditationshaltungen - nicht nur im Buddhismus. Für Anfänger allerdings sind diese Sitzformen nicht immer sofort einnehmbar. Dazu gibt es Hilfsmittel, wie beispielsweise ein Sitzkissen, Bänke oder Stühle.
Beim Zazen hält der Meditierende im Sitzen seine Augen offen, sein Blick ist ruhig gerade ausgerichtet, die Wirbelsäule gerade und seine Hände formen ein Mudra (bestimmte Fingerhaltung der Hände). Im Soto-Zen sitzt der Schüler mit dem Gesicht zur Wand, im Rinzai-Zen mit dem Rücken zur Wand. In dieser Haltung beruhigen sich Körper und Geist Der Meditierende ist nun bereit zur Versenkung in sich selbst.
Zazen hat kein festgelegtes Ziel. Entscheidend ist nur, dass der Meditierende ihr seine ganze Aufmerksamkeit widmet. Diese kann sich auf das Beobachten der Atmung konzentrieren. Zazen, in dieser Form praktiziert, ist die Samatha-Meditation.
Zazen kann aber auch als Selbstbeobachtung praktiziert werden, wie es die Einsichtsmeditation (Vipassana) vorsieht. Nach buddhistischer Lehre löst das intensive und beständige Wahrnehmen des Körpers, der Gedanken, Gefühle und Vorstellungen beim Meditierenden eine spirituelle Entwicklung aus, die zunächst seine Achtsamkeit stärkt und ihm schließlich eine grundlegende Erkenntnis über sein Leben und die Welt bringt. Wird Zazen in dieser Weise ausgeübt, dann handelt es sich um die Einsichtmeditation (Vipassana), die wichtigste Meditationsform im Buddhismus. Buddha selbst bezeichnete die Einsichtsmeditation als den „direkten Weg zur Befreiung des Nirvana“.
Zazen kann allein oder in der Gruppe geübt werden. Es ist für alle Buddhisten ein Grundelement ihrer Weltanschauung, ganz gleich welcher Strömung des Buddhismus sie zugehören. Im Kloster findet Zazen in der Gruppe auf intensivierte Weise als Sesshin statt. Die Dauer eines Sesshin kann einen unterschiedlichen Zeitraum betragen und sich auf mehrere Tage erstrecken. Im Vordergrund stehen längere Meditationsphasen in Zazenhaltung im Wechsel mit Meditationen im Gehen. Unterbrochen werden diese schweigsamen Meditationen von dem Vortrag eines Zen-Meisters, dem Gespräch des Schülers mit dem Lehrer oder der Rezitation von Sutren.