Von allen fernöstlichen Meditationsformen hat das indische Yoga die größte Verbreitung im Westen gefunden. Allerdings nicht als spiritueller System, sondern als Entspannungstechnik und Mittel zur Gesundheitspflege. Diese reduzierte Form des Yogas heißt im Westen Hatha-Yoga.
Im Herkunftsland Indien dagegen ist Yoga nur bekannt als ein Weg zur spirituellen Entwicklung (Raja-Yoga). Yoga leitet sich vom Sanskritbegriff „yui“ ab, was „vereinen“ heißt im Sinne von „seine Aufmerksamkeit auf etwas richten“. Yoga ist die Vereinigung des individuellen Selbst mit dem universellen Selbst. Wenn Körper und Geist in vollkommenem Einklang stehen, dann erkennt der Yogi sein innerstes Selbst.
Diese Verschmelzung erreicht der Yogi mit körperlichen Übungen (Asanas), mit dem Einhalten von ethischen Geboten und mit Selbstbeherrschung. All dies zusammen führt zu Vereinigung von Geist, Körper und Seele.
So schafft er die Voraussetzungen, die acht Stufen des Yogas (Astanga) zu erklimmen, die der Weise Patanjali in seinem grundlegenden Werk“Yoga-Sutras“ in 196 Aphorismen ausführlich erläutert hat.
Ein wichtiger Bestandteil des Yoga ist die Chakra-Lehre. Chakra heißt im Sanskrit „Rad“ oder „Wirbel“ und bedeutet Energiezentrum. Nach der Yoga-Lehre hat jeder Mensch sieben Chakras, die seine körperliche und geistige Verfassung bestimmen und außerdem den Energieaustausch zwischen Kosmos und Individuum vollziehen. Die Yoga-Übungen sprechen die Chakras direkt an, sie lösen Blockaden, harmonisieren und entwickeln sie.
Die höchste Stufe des Yoga ist die Integration von Körper, Geist, Verstand und Selbst. Dieser Zustand heißt Samadhi, was „völlige Versunkenheit“ bedeutet, bei dem der Erkennende, das Erkennbare und das Erkannte eins werden und das Selbstbewusstein sich auflöst in einen Zustand von Befreiung, Erweiterung, Gelassenheit, Frieden und Stille. Wie bei allen Meditationsformen ist auch Yoga ein langer Weg, der tägliche Praxis verlangt.
Yoga hat die einzigartige Eigenschaft durch die körperlichen Übungen (Asanas), die Nerven nachhaltig zu beruhigen, was inzwischen auch im Westen anerkannt wird. Die Yoga-Übungen sind spirituelle Werkzeuge, um Körper und Geist in starker Weise zu beeinflussen: zuerst entspannt sich der Körper und darauf kann der Geist zur Ruhe kommen. Widerstreitende Gedanken und Gefühle lösen sich auf. Der Geist des Yogi gelangt in einen Zustand der Ruhe, Einfachheit und Selbstsicherheit.
Yoga erfordert Geduld, Ausdauer und regelmäßiges Üben. Die Wirkung ist bereits auf einem niedrigen Niveau sehr intensiv, weil körperlich spürbar. Yoga ist eine innere Erfahrung, die auf der Erfahrung des eigenen Körpers aufbaut.