Im Buddhismus kommt der Meditation eine herausragende Bedeutung zu. Buddha selbst sah die Meditation als das Mittel zur Befreiung und Erlösung des Menschen. Es ist historisch belegt, dass Buddha (um 500 v.Chr.) selbst Meditationsformen begründete.
Die wichtigste davon ist die Vipassana-Meditation, auch Einsichtsmeditation genannt. Vipassana bedeutet „höheres Sehen, das Geist und Herz befreit“. Das Ziel der Einsichtsmeditation ist es, Achtsamkeit zu entwickeln. Die Achtsamkeit erstreckt sich auf vier Bereiche im Meditierenden: das Empfindungen des Körpers, die Gefühle, die Gedanken und die Geistobjekte (die Vorstellungen des Denkens).
Die Quelle für die Einsichtmeditation ist die Satipatthana-Sutta, eine Aufzeichnung von Schriften Buddhas, in der es heißt: „Dies ist der direkte Weg zur Läuterung der Lebewesen, zum Überwinden von Traurigkeit und Wehklagen, zum Verschwinden von Schmerz und Niedergedrücktheit, zum Erlangen der wirklichkeitsgemäßen Methode und zur Befreiung des Nirvana; nämlich die Vier Vergegenwärtigungen der Achtsamkeit.”
Buddha bezeichnete die Einsichtsmeditation als die einzige Meditationsform, die zur Erlangung der Erleuchtung notwendig ist.
Die Entwicklung der Achtsamkeit führt den Meditierenden im Buddhismus dazu, sich gerade durch die genaue Selbstbeobachtung von seinem Selbst zu lösen: Er erkennt den ewigen Wandel seiner Vorstellungen, Gedanken und Gefühle, aber jetzt haftet er nicht mehr daran. Er beginnt sich davon zu lösen und frei zu werden von sich und der Welt. Das Ziel des Buddhismus ist es, sich aus dem ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen, Leben und Tod (Samsara) zu lösen und zur Erleuchtung (Nirvana) zu gelangen.
Vor Beginn der Einsichtsmeditation wird meist eine andere Meditation durchgeführt: die Samatha-Meditation. Sie dient der Sammlung und Vorbereitung des Meditierenden. In der Praxis haben sich im Buddhismus vier dominierende Methoden für die Einsichtmeditation herausgebildet. Diese Methoden werden in allen der drei buddhistischen Richtungen Mahayana (hierzu gehört der Zen), Theravada und Vajrayana (tibetischer Buddhismus) praktiziert. Daneben gibt es noch eine Vielzahl weiterer Ansätze, die in einzelnen Ländern teilweise noch stärker verbreitet als die vier Hauptformen.
Hier sollen nur die vier wichtigsten Formen der Einsichtsmeditation genannt werden, die aus Burma, (Myanmar) (1 und 2) und Thailand (3 und 4) stammen.
1. Bodysweeping
Die von U Ba Khin begründete Form ist gut geeignet für Menschen mit starker Körperempfindung.
2. Labelling
Mahasi Sayadaw entwickelte eine Meditationsform für Menschen mit starker Vernunftprägung.
3. Der Weg der Ordensgemeinschaft
Ajahn Chah gründete einen Orden, in dem Achtsamkeit in der Gemeinschaft erfahren wird.
4. Naturmethode oder die Leerheit aller Dinge
Diese Meditationsart von Ajahn Buddhadasa spricht besonders intuitive Menschen an.
Bei der Vielzahl der vorhandenen Ansätze sollte nicht vergessen machen, dass die Einsichtsmeditation für jeden Buddhisten das gleiche Ziel verfolgt. Welcher Ansatz am besten geeignet ist, zeigt sich allein daran, wie gut er der Persönlichkeit des Meditierenden entspricht.