Nahezu alle Religionen haben im Laufe ihrer Geschichte Formen der Meditation entwickelt. Das Charakteristische für den Buddhismus ist, dass er die Meditation als das entscheidende Instrument für die spirituelle Entwicklung des Menschen versteht.
Buddha begründete daher mit der Vipassana-Meditation und der Samatha-Meditation zwei Meditationsarten in den Mittelpunkt seiner Lehre, die sich beide gegenseitig ergänzen und für jeden Buddhisten eine wichtige Praxis darstellen.
Die Vipassana-Meditation baut auf der Samatha-Meditation auf, sie wird daher meist zuerst durchgeführt. Samatha dient der Einstimmung und Vorbereitung auf Vipassana. Es entspricht in vielem der westlichen Vorstellung von Konzentration, hat aber eigene Elemente.
Das Sanskritwort Samatha bedeutet „geistige Sammlung“.
Die Meditationstechnik besteht im Wesentlichen aus zwei Komponenten: die Konzentration auf einen einzigen Gegenstand und die Beachtung des Atems.
Der Atem ist für alle östlichen Religionen, insbesondere im Buddhismus und im Yoga, von großer Wichtigkeit. Das mag aus europäische Perspektive ungewohnt und unverständlich erscheinen, zählt die Atmung doch aus wissenschaftlicher Sicht zu den vegetativen Funktionen des Nervensystems, die automatisch ablaufen.
Die Beeinflussung der Atmung vor oder während der Meditation hat zunächst einmal die ganz praktische Aufgabe, eine Tiefentspannung des Meditierenden hervorzubringen, in der Körper und Geist zur Ruhe kommen. Nur in dieser Verfassung kann der Meditierende die Ziele seiner Meditation erreichen.
In der Samatha-Meditation geht es zum einen darum, die Aufmerksamkeit ganz auf den Atem zu richten. Der Meditierende richtet seinen Geist auf das Einatmen und Ausatmen, er versucht seine Wahrnehmung allmählich auf alle Aspekte der Atmung auszuweiten, ohne mit den Gedanken abzuschweifen. Wenn sich Phantasien oder Vorstellungen dazwischendrängen, kehrt man immer wieder zurück zur Beobachtung der Atmung.
Das zweite Element der Samatha-Meditation ist die völlige Konzentration des Geistes zur „Einspitzigkeit“ (ekaggata). Das bedeutet die unablässige Konzentration auf einen Gedanken, ein Objekt, eine Vorstellung. Wenn dieser Grad der Konzentration erreicht ist, dann kann der Meditierende die acht Stufen der Versenkung (dyhana) durchlaufen. Diese sind das letzte Glied des Achtfachen Pfades zur Erleuchtung im Buddhismus. Diese Stufen der Meditation sind Ruhe des Geistes, Klarheit, Glück, Gleichmut, Eintritt in die Unendlichkeit, Unendlichkeit des Bewusstseins, Nichtdasein, Weder-Wahrnehmung-noch Nichtwahrnehmung und Nirwana.